Die kurze Antwort: Dezente, mittlere Farbtöne, klare Schnitte, keine engen Muster. Kleidung, in der Sie sich im Alltag wohlfühlen. Was Sie auf einem Business-Portrait tragen, sollte die Aufmerksamkeit auf Ihr Gesicht lenken, nicht von ihm ablenken.
Ich bin Claudia Masur, Fotografin aus Leipzig. In diesem Beitrag teile ich, was ich in hunderten von Business-Shootings beobachtet habe – keine Modestrecke, sondern eine praxiserprobte Einschätzung dessen, was auf Fotos wirklich funktioniert.
Was die Kamera anders sieht als das Auge
Das wichtigste Vorabwissen: Kameras verstärken. Was im Spiegel unauffällig wirkt, kann auf einem Foto dominant werden. Ein feines Karomuster, das im Alltag kaum auffällt, flimmert auf dem Bild. Ein leuchtend weißes Hemd reflektiert Licht stärker als erwartet. Satin und glänzende Stoffe erzeugen Lichtflecken, die nachträglich schwer zu korrigieren sind.
2026 kommt ein weiterer Faktor hinzu: KI-generierte Profilbilder überschwemmen zunehmend LinkedIn und andere Business-Netzwerke. Viele wirken perfekt – aber nicht echt. Gerade deshalb gewinnen authentische Portraits an Bedeutung. Wer sich so zeigt, wie er wirklich ist, schafft Vertrauen und bleibt in Erinnerung.
Doch Authentizität entsteht nicht allein durch das Gesicht vor der Kamera. Auch die Kleidung spielt eine entscheidende Rolle. Ein Outfit, das nicht zur Person passt oder vom Wesentlichen ablenkt, kann die Wirkung eines ansonsten starken Portraits deutlich schwächen.
Welche Farben beim Business-Shooting funktionieren
Gedeckte, mittlere Töne sind die zuverlässigste Wahl:
- Blau
- Grau
- Dunkelgrün
- Burgund
- Beige
- Braun
Sie wirken auf Fotos ruhig und lassen das Gesicht in den Vordergrund treten. Helle Pastelltöne funktionieren ebenfalls, wenn sie zum Hautton passen.
Reines Weiß und reines Schwarz sind möglich, aber anspruchsvoller: Reines Weiß neigt zu Überbelichtung, reines Schwarz zu Detailverlust. Gebrochenes Weiß oder sehr dunkles Navy sind in den meisten Fällen die bessere Wahl.
Neonfarben und sehr gesättigte Primärfarben dominieren das Bild und lassen das Gesicht verblassen. Nicht weil sie unschön sind – sondern weil sie auf einem Portrait die falsche Aufmerksamkeit erzeugen.
Aus meiner Erfahrung gilt: Wer sich bei einer Farbe fragt „Ist das vielleicht zu auffällig?“ – der hat die Antwort bereits.
Muster und Strukturen
Muster sind das häufigste Problem beim Business Fotoshooting. Die Faustregel ist einfach: Je kleiner und engmaschiger das Muster, desto problematischer.
Feine Karos, enge Streifen und Pepita-Muster flimmern auf Fotos – ein Effekt, den keine Nachbearbeitung vollständig korrigiert.
Größere, ruhige Muster funktionieren deutlich besser. Einfarbige Kleidung ist die sicherste Wahl – nicht weil sie langweilig ist, sondern weil sie dem Gesicht den Raum gibt, den es auf einem Portrait braucht.
Schnitt und Passform
Ein gut sitzender Schnitt ist wichtiger als eine teure Marke. Kleidung, die an den Schultern spannt, Falten wirft oder zu weit sitzt, fällt auf dem Foto stärker auf als im Alltag.
Folgende Kleidungsstücke funktionieren zuverlässig:
- strukturierte Jackets
- klassische Hemden
- Blusen mit klaren Schnitten
- Rollkragen
- Rundhalsausschnitte
Sehr weite Schnitte ohne Struktur und Stoffe, die im Sitzen stark knittern, sind schwieriger.
Businessfotos begleiten uns in der Regel über viele Monate oder sogar Jahre. Deshalb sollte die Kleidung möglichst zeitlos und unabhängig von Jahreszeiten gewählt werden.
Ein ärmelloses Sommertop wirkt auf einer Website im Januar schnell deplatziert, genauso wie ein dicker Schal oder ein winterlicher Rollkragen mitten im Hochsommer. Ziel ist ein professioneller, stimmiger Look, der das ganze Jahr über funktioniert und die Aufmerksamkeit auf die Person lenkt – nicht auf die Jahreszeit, in der das Foto entstanden ist.
Meiner Erfahrung nach machen Personen auf Fotos die stärkste Wirkung, wenn sie Kleidung tragen, in der sie sich tatsächlich wohlfühlen – nicht die Kleidung, die sie für ein Foto gekauft haben. Das sieht man.
Accessoires und Details
Schmuck darf sein – dezent. Große, auffällige Ohrringe, breite Metallketten oder stapelweise Armbänder lenken den Blick vom Gesicht weg.
Brillen sind kein Problem: Ich arbeite mit Lichtführung und Winkel, damit Reflexionen auf den Gläsern kein Thema werden.
Für Krawatten und Tücher gilt dasselbe wie für Muster: ruhig, nicht zu kleinteilig und keine engen Streifen.
Wie viele Outfits mitnehmen?
Für ein Standard-Mitarbeiterportrait reicht ein Outfit.
Für ein umfangreicheres Business-Shooting empfehle ich zwei bis drei Optionen:
- eine formellere Variante
- eine etwas entspanntere Variante
- eine neutrale Reserve
Ich schaue mir die Optionen vor dem Shooting kurz an und sage direkt, was auf den geplanten Motiven besser funktioniert. Das gilt für Shootings in Leipzig genauso wie für überregionale Termine.
Was Sie vorab von mir bekommen
Wer ein Shooting bei mir bucht, erhält vorab eine kurze, konkrete Orientierung zu Outfit, Ablauf und Vorbereitung. So ist das Outfit keine offene Frage mehr, wenn der Shooting-Tag kommt.
Häufige Fragen zur Kleidung beim Business Fotoshooting
Kann ich mein normales Arbeitsoutfit tragen?
Ja – mit einem kleinen Upgrade. Was Sie täglich tragen, ist die richtige Ausgangsbasis. Das Shooting soll zeigen, wer Sie sind.
Schauen Sie das Outfit vorab kritisch durch: Sitzt es gut? Ist es frisch gebügelt? Gibt es Stellen, die auf einem Foto stören könnten?
Was, wenn unser ganzes Team einheitlich gekleidet sein soll?
Eine abgestimmte Farbpalette reicht: zum Beispiel alle in dunklen Tönen oder alle in Unternehmensfarben.
Wichtig ist, dass die Abstimmung nicht zu eng ist. Zehn Menschen in identischem Outfit wirken wie eine Schulklasse, nicht wie ein Team.
Muss ich Businesskleidung tragen, oder geht auch etwas Lässigeres?
Das hängt davon ab, wie Sie auf den Bildern wahrgenommen werden wollen und wo die Bilder eingesetzt werden.
Für LinkedIn-Portraits und Pressebilder empfehle ich eine formellere Wahl. Für Teamseiten und Karriereseiten darf es zugänglicher wirken. Das besprechen wir im Vorgespräch.
Soll ich mich für das Shooting extra schminken lassen?
Für Einzelportraits und Führungskräfte-Shootings lohnt sich eine professionelle Visagistin – Make-up für die Kamera funktioniert anders als Make-up für den Alltag.
Auf Wunsch empfehle ich eine Visagistin, mit der ich regelmäßig in Leipzig zusammenarbeite. Für Standard-Teamportraits reicht das gewohnte Make-up, leicht verstärkt.
Gut vorbereitet ins Business-Fotoshooting
Die richtige Kleidung für ein Business-Fotoshooting muss weder besonders teuer noch außergewöhnlich sein. Entscheidend ist, dass sie gut sitzt, zu Ihnen passt und nicht stärker in den Vordergrund tritt als Sie selbst.
Mit ruhigen Farben, klaren Schnitten und ein bis zwei zusätzlichen Outfit-Optionen sind Sie in den meisten Fällen bestens vorbereitet. Alles Weitere klären wir vor dem Shooting gemeinsam. So müssen Sie am Fototag nicht mehr überlegen, ob Ihr Outfit funktioniert, sondern können sich ganz auf das Shooting konzentrieren.
Sie planen neue Businessportraits, Mitarbeiterfotos oder eine vollständige Bildwelt für Ihr Unternehmen? Dann sprechen Sie mich gern an. Gemeinsam entwickeln wir Bilder, die zu Ihnen, Ihrem Unternehmen und dem späteren Einsatz auf Website, LinkedIn oder in der Presse passen.
